AUF EINEN BLICK

  • Erlebnis statt Bestzeit: geplant waren 3:45 bis 4:00 Stunden, im Ziel standen 3:38:59.
  • Vier Nächte reichten für einen ersten Eindruck. Beim nächsten Mal würde ich länger bleiben.
  • Die Bergabpassagen am Start laden zum Beschleunigen ein; ich würde dort bewusst kontrolliert beginnen.

01 / ABSCHNITT

Warum eigentlich nicht Sydney?

Als ich von Sydneys Aufnahme in die World Marathon Majors erfuhr, wurde ich neugierig. Ich war noch nie in Australien. Ein Marathon auf einem anderen Kontinent war für mich die Gelegenheit, einen völlig neuen Ort kennenzulernen.

Eine gemeinsame Reise wäre für die Familie zu aufwendig geworden. Deshalb verbrachten wir zunächst zusammen Zeit in Vietnam, bevor ich allein nach Sydney weiterflog. Sportlich hatte ich mir einen entspannten Rahmen gesetzt: ungefähr 3:45 bis 4:00 Stunden, gesund durchkommen und die Stadt laufend erleben. Anschließend wollte ich mich auf Berlin konzentrieren.

02 / ABSCHNITT

Allein angereist, vor Ort gemeinsam unterwegs

Über Strava war ich mit einer Person aus der ASICS FrontRunner-Community in Kontakt gekommen und lernte dadurch in Sydney noch eine weitere Person kennen. Schon am Donnerstag waren wir gemeinsam unterwegs. Der Umgang war herzlich, offen und ehrlich; gerade weil ich allein angereist war, bedeutete mir dieses Willkommen viel.

Nach meiner Ankunft ging es zur Expo. Die Schlange war riesig, doch in unserer kleinen Runde verging die Zeit schnell. Wir holten unsere Sachen ab, schauten in einigen Stores vorbei und aßen am Abend Pizza. Aus einem kurzen Shakeout Run wurden ungefähr zehn entspannte Kilometer. Schon am ersten Tag gemeinsam durch die Stadt zu laufen und die Vorfreude zu teilen, gab der Reise etwas, das ich allein nicht erlebt hätte.

03 / ABSCHNITT

Bondi Beach und das Gefühl, frei durchzuatmen

Am Freitag waren wir am Bondi Beach, gingen spazieren, aßen gut und ließen uns Zeit. Das Wasser war kalt und die Luft noch nicht besonders warm, aber für mich fühlte sich dort alles richtig an.

Es war dieses Lebensgefühl: die Seele baumeln lassen, frei atmen können und für einen Moment keine Last spüren. Dazu kamen die Menschen, deren Freundlichkeit mir schon seit meiner Ankunft aufgefallen war.

Serkan steht an einem Geländer über einer felsigen Küste mit Blick auf das Meer.
Zeit am Meer – ein Teil dessen, was Sydney für mich besonders gemacht hat.© Serkan / RUNJIN.85
Ein Meeresschwimmbecken an der Küste, dahinter das blaue Meer und die Brandung.
Meer, frische Luft und für einen Moment keine Last.© Serkan / RUNJIN.85

An diesem Freitag schenkte mir eine der neuen Bekanntschaften Shokz-Kopfhörer, die sie selbst bei einem Shakeout Run von der Marke bekommen hatte. Wir kannten uns erst so kurz, und trotzdem begegnete mir diese Person mit einer Großzügigkeit und Wärme, die mich berührt haben. Für mich steht diese Geste bis heute für das gute Herz dieses Menschen.

Zurück in der Stadt besuchten wir Pop-up-Stores, darunter Tracksmith. Nach Pasta am Abend ging es zum Hafen bei der Oper. Vom angekündigten Feuerwerk sah ich kaum etwas, doch weitere Menschen aus der Laufcommunity kamen dazu, und wir unterhielten uns unter klarem Himmel. Die Venus leuchtete auffällig hell; ich überprüfte sie mit einer App. Eine Person hatte außerdem gleich zweimal Pech mit Möwen: erst ein Treffer von oben, später ein aus der Hand geschnappter Nugget. Auch solche Momente bleiben.

Die beleuchteten Dächer und Treppen des Sydney Opera House bei Nacht.
Sydney bei Nacht: die Oper als Kulisse für Erinnerungen abseits der Strecke.© Serkan / RUNJIN.85

04 / ABSCHNITT

Ein ruhiger Samstag vor dem Rennen

Den Samstag verbrachte ich überwiegend allein. Ich war in der Innenstadt unterwegs, machte einen Shakeout Run am Hafen in der Nähe meines Hotels und aß reichlich Pasta. Das Wetter war inzwischen richtig schön.

Nach den gemeinsamen Tagen tat mir auch diese Ruhe gut. Ich konnte meinen Gedanken nachgehen und mich ohne Zeitdruck auf den Marathon einstellen. Sydney sollte für mich ein langer Lauf vor dem anschließenden Fokus auf Berlin sein.

05 / ABSCHNITT

Ein früher, entspannter Rennmorgen

Am Sonntag stand ich sehr früh auf. Draußen war es noch frisch. Zum Frühstück gab es vier Toast mit reichlich Marmelade, eine Banane und einen Maurten Drink Mix 320 – mein inzwischen gewohntes Frühstück vor solchen Läufen.

Ich fuhr mit der Bahn zum Start und traf meine Bekanntschaft wieder, bevor wir uns wegen unterschiedlicher Startblöcke trennen mussten. Für die kühle Wartezeit hatte ich einen Pullover dabei, den ich später spendete. Ich fühlte mich gut und nicht gestresst.

Ausgelegte Laufausrüstung mit schwarzem Nike-Outfit, Startnummer 8419, weißen Laufschuhen und Verpflegung.
Alles bereit für den Rennmorgen: Outfit, Startnummer, Schuhe und Verpflegung.© Serkan / RUNJIN.85

06 / ABSCHNITT

Über die Brücke – und schneller als geplant

Der Start machte das Loslaufen leicht: Es geht zunächst viel bergab. Genau das lädt aber auch dazu ein, schneller zu werden als geplant. Ein besonderer Moment war die Sydney Harbour Bridge. Später liefen wir zwischen den Hochhäusern der Innenstadt und sogar an meinem Hotel vorbei. Die Fans und das schöne Wetter trugen mich durch das Rennen.

Ich hatte sieben Maurten-Gels der 100er-Reihe dabei, fünf ohne und zwei mit Koffein, und nahm sechs davon. An jeder Wasserstation trank ich Wasser. Es schmeckte für mich etwas chlorig, war aber gut verträglich. In meinen Nike Vomero Plus hatte ich keine Fußprobleme; auch Magen und Ausrüstung machten keine Schwierigkeiten. Die geschenkten Kopfhörer funktionierten wunderbar.

Zunächst hielt ich mich weitgehend an meinen Plan. In der zweiten Hälfte ließ ich mich von der Stimmung mitziehen und steigerte das Tempo. Ich fühlte mich stark und erlebte keine Passage als wirklich schwierig. Im Ziel hatte ich das Gefühl, noch Reserven zu haben.

Meine offizielle Zielzeit war 3:38:59 Stunden, schneller als die geplanten 3:45 bis 4:00. Vor allem war ich zufrieden und stolz. Auf den Zielfotos lächle ich, und genau so ist mir dieses Rennen in Erinnerung geblieben.

07 / ABSCHNITT

Ein Sonntag, den ich noch auskosten wollte

Nach dem Ziel rief ich kurz meine Familie an, machte ein paar Bilder und holte meine Medaille ab. Bei der Verpflegung wartete ich, bis die anderen dazukamen.

Den restlichen Sonntag spazierten wir durch Sydney, aßen Burger und kamen an einem kleinen Karussell in der Nähe meines Hotels vorbei. Dieser gemeinsame Ausklang gab der Reise einen schönen Abschluss. Meine Beine fühlten sich auch am Montag gut an, als ich früh zurück nach Vietnam flog.

08 / ABSCHNITT

Meine Reiseplanung auf einen Blick

Anreise und Aufenthalt: von Da Nang mit Vietjet über Ho-Chi-Minh-Stadt nach Sydney. Ich blieb vier Nächte, von Donnerstag bis Montag, und flog Montagfrüh auf demselben Weg zurück.

Flugkosten: rund 450 Euro für Hin- und Rückflug bei meiner damaligen Buchung. Auf der Langstrecke gab es kein Entertainment und kein Kissen; auch das Essen war für mich kein Highlight. Der günstige Preis ging bei meiner Verbindung mit Abstrichen beim Komfort einher.

Unterkunft: W Sydney, durch eingelöste Punkte über meine Amex-Karte günstiger gebucht. Das Hotel war eindrucksvoll und schön, lag aber deutlich über meinem üblichen Standard. Es war für mich ein besonderer Luxus, keine Voraussetzung für diese Reise.

09 / ABSCHNITT

Meine Hinweise für den ersten Sydney-Marathon

Am Anfang würde ich bewusst kontrolliert laufen. Die Bergabpassagen machen es leicht, sich vom Tempo mitnehmen zu lassen. Die Anstiege empfand ich dagegen als weniger schlimm als erwartet.

Mit dem Wasserangebot und den Pappbechern kam ich persönlich gut zurecht. Bei der Vorbereitung würde ich den Wetterbericht beachten und die Bedingungen für das eigene Rennen einplanen.

Für die Reise würde ich mehr Zeit vorsehen. Vier Nächte gaben mir einen schönen ersten Eindruck, waren für mich aber zu kurz. Ich würde zurückkehren und länger bleiben.

10 / ABSCHNITT

Was die Zielzeit nicht erzählt

Wenn ich heute an Sydney denke, kommt zuerst dieses positive Gefühl zurück. Für einige Tage war ich wie in einer Parallelwelt unterwegs: neue Orte, neue Menschen und das Gefühl, frei durchatmen zu können.

Ich bin sehr dankbar für die Menschen, mit denen ich diese Zeit teilen durfte. Aus einem Kontakt über Strava wurden gemeinsame Erlebnisse und Erinnerungen, die mir bis heute viel bedeuten. Der Marathon war der Anlass für diese Reise; die gemeinsame Zeit macht sie für mich besonders.

Quellen & Offenlegung

Dieser Beitrag führt keine wissenschaftlichen Quellen auf.

Dieser Bericht beschreibt meine persönlichen Erlebnisse und Eindrücke. Die genannte Verpflegung und die Einordnung des Marathons in meine Vorbereitung schildern mein eigenes Vorgehen. Die erwähnten Kopfhörer waren ein persönliches Geschenk einer anderen Laufperson, die sie zuvor bei einem Marken-Event erhalten hatte. Der Text wurde mit KI-Unterstützung auf Grundlage eines Interviews mit mir strukturiert und formuliert. Die Reiseangaben und Streckeneindrücke beziehen sich auf meinen Besuch 2026; Preise und Abläufe können sich ändern. Die Marathonplanung und Verpflegung sind keine allgemeine Trainings- oder Ernährungsempfehlung.

BEITRAG WEITERGEBEN

Mehr Einblicke in mein Training und meine Laufreisen:

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